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Buchvorstellung Kunstgeschichte

Lebensdramen – von Max Beckmann in Wörtern gemalt

Max Beckmann: Selbst im Hotel, Blatt 1 der Mappe Berliner Reise, 1922
Abbildung im besprochenen Band, S. 100

Petra Kipphoff zeichnet ein Portrait des Künstlers als Autor
– I –

Durchdrungen von einer Stimmung des Aufbruchs und Neuanfangs suchten junge Künstlerinnen und Künstler in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts nach neuen Ausdrucksformen. Mit ihnen etablierte sich eine künstlerische Avantgarde, der es nicht mehr darum ging, die Welt darzustellen, so wie sie war mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten, oder so wie sie ist, in ihrer Wirklichkeit im Hier und Jetzt.

Nein, sie zielte auf die Zukunft. Mit einer neu zu erschaffenden Kunst sollte auch die neue Gesellschaft gestaltet und den einzelnen Menschen eine neue, bessere Welt ermöglicht werden.

Dieser universelle Anspruch musste genauso begründet werden wie die damit neu entstehenden bildnerischen Formen und ihre Grundlagen, umso mehr, je deutlicher sich diese von bisherigen künstlerischen Ausdrucksformen unterschieden.

Es ging letztlich darum, sich selbst und anderen gegenüber zu erklären und sich zu vergewissern, und damit die jeweils eigene Legitimation als Künstler oder Künstlerin zu erbringen, sei es für sich alleine oder in einer Gruppe mit Gleichgesinnten.

Daraus ergab sich die enorme, ja explosive Zunahme schriftlicher Äußerungen bildender Künstler und Künstlerinnen, die zu den auffälligsten Entwicklungen der Kunst in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gehört. Das Zeitalter der Avantgarde ist auch die Ära der künstlerischen Bekenntnisse und Manifeste.

Max Beckmann, 1884 in Leipzig geboren und 1950 in New York gestorben, gehört unter den Künstlern dieser Generation zu jenen, die besonders viel geschrieben haben und darin Wesentliches zu ihrem bildnerischen Werk hinzugefügt haben. Dazu gehören insbesondere Tagebücher, umfangreiche Briefkorrespondenzen, programmatische Texte über Kunst und Künstlerschaft sowie dramatische Texte für die Bühne.

Diesem schriftlichen Kosmos des Künstlers widmet sich die Kunsthistorikerin und Kunstkritikerin Petra Kipphoff in ihrem Buch Max Beckmann. Der Maler als Schreiber, das im November im Verlag zu Klampen erschienen ist.

Selberlebensbeschreibungen – Tagebücher und Briefe

Auswahl von Archivalien aus der Schenkung der Max Beckmann Nachlässe, Max Beckmann Archiv, Bayerische Staatsgemäldesammlungen
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

„Max Beckmann, der Maler, Zeichner und Graphiker war auch ein lebenslanger Schreiber, ein vielfältiger und eigensinniger Autor“, stellt Kipphoff gleich eingangs fest – und dies zuallererst und am umfassendsten in Tagebüchern und Briefen, die bei ihm „von einer Kontinuität und Intensität sind, die sich wie von selbst zu einem Roman in eigener Sache, zu einem autobiographischen Drama fügen“ (S. 7).

„Ich glaube, dass ich alles erreichen werde, was ich will. Alles. Nur weiß ich nicht bestimmt, ob ich mich immer darüber freuen werde.“

Max Beckmann: Frühe Tagebücher, München/Zürich: Piper 1984, S. 10. Erstausgabe Berlin: Bruno Cassirer 1916

Max Beckmann führte Tagebuch von seiner Jugendzeit bis zum Tag vor seinem Tod. Das früheste der von seiner Hand erhaltenen Tagebücher setzt am 14. August 1903 ein und schon in den ersten Zeilen der Eintragungen beginnt das von Kipphoff konstatierte „autobiographische Drama“. Denn sein Nachdenken über sich selbst und sein Verhältnis zur Welt und zur Kunst ist von Anfang an durchwirkt von seinen Gefühlen zu Minna Tube, die er 1902 als Kommilitonin in Weimar kennengelernt hatte und 1906 heiraten sollte.

Das Selbstgespräch im Tagebuch spiegelt den persönlichen und künstlerischen Austausch zwischen ihnen und das Auf und Ab der Beziehung mit den Sehnsüchte und schönen Erwartungen, den Spannungen und Enttäuschungen. Beckmann kann nicht damit umgehen, dass sie sich ihre eigene Selbständigkeit bewahrt und offenbar nicht gewillt ist, diese für ihn aufzugeben. Er fühlt sich geliebt, aber nicht genug, vor allem letztlich wohl nicht bedingungslos, nicht absolut genug.

In seinen Notizen wechseln sich Zweifeln und Hadern ab mit klarer Entschiedenheit und einer mal trotzig klingenden, mal arrogant wirkenden Selbstgewissheit. Sie kommt in zahlreichen apodiktischen Statements zum Ausdruck, die neben seinen Tagebüchern auch seine Briefe sowie die programmatischen Äußerungen und öffentlichen Stellungnahmen als Künstler charakterisieren werden.

„Ich kann keine Kompromisse vertragen.“

Max Beckmann: Frühe Tagebücher, S. 9.

Wie in seinen Tagebüchern vermittelt der junge Beckmann in seinen Briefen das Bild eines Menschen, der sich dem intensiven Erleben der Welt hingeben will, der davon emotional bewegt und ergriffen wird, der zwischen guten und schlechten Gefühlen, zwischen Gewissheiten und Zweifeln hin und her gerissen ist — der aber letztlich unerschütterlich ist in seinem Überzeugungen und im Kern unberührt bleibt, wie tiefgreifend und einschneidend seine Erlebnisse und Erfahrungen auch sein mögen.

Markantes Zeugnis dieser Haltung sind seine Briefe aus dem Ersten Weltkrieg. Dass diese für ihn mehr waren als private Mitteilungen für seine Frau Minna, an die sie ursprünglich gerichtet waren, belegt der Umstand, dass diese zwischen September 1914 und Juni 1915 geschriebenen Briefe schon 1916 im Verlag Bruno Cassirer in Berlin veröffentlicht worden sind.

Beckmann begibt sich erlebnishungrig und frohgemut mit offenen Augen und empfänglichen Sinnen in das Abenteuer des Krieges. Knapp, aber lebendig schildert er Atmosphärisches und Stimmungen, Begebenheiten unterschiedlichster Art, mal amüsant, mal grotesk, sowie die Ereignisse und Erfahrungen des Krieges.

In den Schilderungen von Verletzten und Sterbenden zeigt er sich berührt und mitfühlend, und von den Grausamkeiten des Krieges „berichtet er in seinen Briefen mit einer gnadenlosen Genauigkeit“ (S. 19). Doch stets schreibt er davon so, als zeichne er nur sachlich auf, was um ihn herum geschieht – distanziert, mit oft spöttischen Zwischentönen oder ironischen Nachsätzen, so dass der Eindruck entsteht, ihn könne all dies nicht wirklich etwas anhaben.

Selten das Eingeständnis wirklich angegriffen zu sein, wie im Mai 1915: „Albert Weisgerber im Westen gefallen. Es hat mich sehr erschüttert. Auch daß es mir noch immer so gut geht. R. schrieb sehr traurig.“ (Brief vom 19.05.1915)

Tatsächlich aber ging es ihm gar nicht mehr so gut. Nirgends in den Briefen lässt er durchscheinen, wie der Krieg ihn selbst angriff, wie nahe er ihm ging und er dem Zusammenbruch war, der im Juli 1915 sein Kriegsabenteuer beenden sollte, das aus dem jungen Künstler einen anderen Menschen gemacht hatte.

„Ich habe gezeichnet. Das sichert gegen Tod und Gefahr.“

Max Beckmann: Brief an MInna Beckmann-Tube, 3. Oktober 1914, in: Max Beckmann: Briefe im Kriege, München: Piper 1984, S. 13

Aufmerksam folgt Kipphoff den Kontinuitäten und Wandlungen von Duktus und Tonfall in den Aufzeichnungen der Tagebüchern und seinen Briefen. Schön die Ausführungen über das „Dreibuchstaben-Nichtwort“ „tja“ und den Einsatz der in den späten Tagebüchern und Briefen häufig verwendeten Punktfolgen und Gedankenstriche. Kipphoff versteht das Wörtchen „tja“ wie auch die Gedankenstriche als Markierungen eines Innehaltens, als „Pausenzeichen“.

Wo der junge Beckmann offensichtlich den Eindruck vermitteln will, sich von nichts aufhalten zu lassen und zu allem etwas zu sagen zu haben und letztlich immer schon Bescheid zu wissen, hat sich beim älteren das Drängen gelegt. Ohne meinen zu müssen lässt er den Moment gewähren und gibt selbst der Sprachlosigkeit Raum.

Fortsetzung hier: 
Lebensdramen – von Max Beckmann in Wörtern gemalt, Teil 2
Buch Cover Beckmann Schreiber

Petra Kipphoff: Max Beckmann. Der Maler als Schreiber.
Springe: zu Klampen 2021
128 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-86674-805-7
Preis 20,- € Hardcover,
15,99 € E-Book
Link zur Verlagsseite

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Publizistik Verlage

Mit Leidenschaft und Akribie für die Kunst. Abschied vom Piet Meyer Verlag

Zwei Programme aus dem Piet Meyer Verlag

Einen Verlag zu gründen, das ist in unserer Zeit an sich schon ein gewagtes Unterfangen, hat das Buch doch mit der Verbreitung digitaler Medien und ihrer inzwischen universellen und zumeist kostenlosen Verfügbarkeit im Internet einen großen Teil an Aufmerksamkeit, Attraktivität eingebüßt, und damit an Zeit, die sich die Menschen dafür nehmen – und das so weit, dass seither immer wieder das Ende des Buchs vorhergesagt wird.

Einen Verlag für Kunstbücher zu gründen ist noch verwegener. Das ist ein Bereich, der ohnehin zu den kleinen Segmenten im Markt gehört. Außerdem ist in diesem Feld – abgesehen von Begleitbüchern und Katalogen zu populären Großausstellungen – eine sinkende Nachfrage zu verzeichnen, die vielfach zu kleineren Auflagen bei anspruchsvollen oder wissenschaftlichen Publikationen geführt hat, oder zur Rotation von Titeln mit den sattsam bekannten Berühmtheiten der Kunstgeschichte, oder schließlich zur Konjunktur hübscher, aber zumeist recht substanzloser Coffee-Table-Books.

Diesen seinerzeit schon spürbaren und heftig diskutierten Trends trotzte Piet Meyer mit der Gründung seines Piet Meyer Verlages im Jahr 2007. Überzeugt davon, dass die Zeit der dicken Ausstellungskataloge vorbei ist und mit den kleinen und feinen Bändchen der französischen Edition L’ Èchoppe als Initialzündung im Kopf machte sich der Schweizer Ethnologe und Kunsthistoriker daran, Bücher zur Kunst zu veröffentlichen – keine dicken Wälzer oder langen Abhandlungen, sondern eher kürzere Texte in kleinerem Format, aber: mit Substanz!

„Ich wollte kein akademisches Geschwafel, sondern Texte mit persönlichem Zugang zu Künstlern.“

Piet Meyer gegenüber Christoph Hartner, Kronenzeitung – Steirerkrone, 13. August 2013, http://www.pietmeyer.ch/ueber_uns.php

Und das ist ihm gelungen. In den knapp 14 Jahren seiner Verlagsarbeit hat er mit großer Leidenschaft und beachtlichem Kennersinn Texte aus alten Zeitungen oder Zeitschriften, aus früheren Buchpublikationen, aus Archiven oder Museen und anderen durchforschten und durchforsteten Quellen ans Licht gebracht, indem er sie als Bücher drucken ließ.

Nach der Publikation der ersten Bände in der Reihe „KleineBibliothek“ und ihrer überaus guten Aufnahme in den (Kunst-)Buchhandlungen und bei kunstinteressierten Menschen, folgte die Einführung der Reihe „NichtSoKleineBibliothek“. Verlag und Formate wuchsen weiter. Es kamen die Reihen „Offene Bibliothek“ und „KapitaleBibliothek“ hinzu.

Zu den Entdeckungen mehr oder weniger alter kunsthistorischer Zeugnisse publizierte er bald Ersterscheinungen von aktuellen Titeln, die sich insbesondere mit zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen befassen wie Lucian Freud, David Hockney oder Louise Bourgeois.

Egal ob Historisches oder Aktuelles, bei Piet Meyers Büchern handelt es sich durchgehend um Publikationen mit Substanz und Relevanz.

Verlagsankündigung zu Linda Nochlin: Misère. Darstellungen von Armut im 19. Jahrhundert. Piet Meyer Verlag, Bern/Wien 2020

Das letzte in seinem Verlag erschienene Buch ist Misère. Darstellungen von Armut im 19. Jahrhundert von Linda Nochlin – und es wird also auch das letzte bleiben. Es war übrigens auch ihr letztes Buch. Es ist 2018 im Verlag Thames and Hudson auf Englisch publiziert worden (Misère. The Visual Representation of Misery in the 19th Century), aus dem Nachlass der – in Fachkreisen berühmten – amerikanischen Kunsthistorikerin.

Linda Nochlin, in New York geboren, lebte von 1931 bis 2017. Ihr Studium in Kunstgeschichte schloss sie mit der Promotion über Gustave Courbet ab. Danach unterrichtete sie an verschiedenen Hochschulen. Neben ihrer Forschungsarbeit zur Kunst des 19. Jahrhunderts widmete sie sich insbesondere der Frage nach der Rolle der Frauen in der Kunstgeschichte. Sie hielt als erste Vorlesungen zu diesem Thema und rüttelte mit ihrem Essay Why Have There Been No Great Woman Artists?Warum gab es keine großen Künstlerinnen? den sie 1971 veröffentlichte, die gesamte – männliche – Fachwelt auf.

Diese Publikation gehört heute, wie die darauf folgende Ausstellung Women Artists: 1550–1950 im Jahr 1976, zu den Gründungsdokumenten der feministischen Kunstwissenschaft oder umfassender gesagt, einer Kunstgeschichtsschreibung, die alles in den Blick nahm, was bisher aus dem Wahrnehmungsbereich des Faches ausgeblendet geblieben war, weil es nicht dem bis dahin alles beherrschenden Konzept entsprach, das allein große Männer europäisch-westlicher Prägung als Schöpfer von Kultur und Kunst betrachtete.

Daher richtete sich auch das Interesse Linda Nochlins nicht nur auf die Frauenrolle in der Kunst, sondern überhaupt auf die sozialen Bedingungen der Kunst, und zwar ebenso der Kunstschaffenden, wie der Darstellung sozialer Verhältnisse als ihr Motiv. Dafür steht diese nachgereichte Studie mit ihrem sprechenden Titel Misère exemplarisch – für das behandelte spezifische Phänomen wie für das gesamte Feld sozialhistorischer Kunstwissenschaft.

„Der Einfluss von Linda Nochlin im Bereich kritischen Denkens und Schreibens ist legendär. Wer sich für die Probleme der heutigen Zeit interessiert, muss dieses Buch lesen: eine zentrale, absolut relevante Analyse, auch zur Gegenwart.“

Cindy Sherman, im Verlagsprogramm zitiert

Mit der Publikation dieses Titels hat sich Piet Meyer einmal mehr verdient gemacht, indem er diese bedeutende Kunsthistorikerin mit diesem historisch wie gegenwärtig brennenden Thema den deutschen Leserinnen und Lesern zugänglich macht und ins öffentliche Bewusstsein bringt.

Umso größer ist das Bedauern, dass diesen verlegerischen Verdiensten keine weiteren mehr folgen werden.

Auf seiner Website informiert Piet Meyer darüber, dass seine Titel weiterhin im Buchhandel erhältlich und bestellbar sind und bleiben werden. Es sind insgesamt 60 Titel, die lieferbar und z.B. bei Buchkatalog.de vollständig durchgeschaut werden können. Es ist zu wünschen, dass sämtliche verfügbare Exemplare ihre Leserschaft finden.

Über die Gründe für die Beendigung seiner Verlagstätigkeit macht Meyer keine Angaben. Statt Überlegungen dahingehend zu erörtern, schließen wir uns seiner Diskretion an – und wünschen dem nun ehemaligen Verleger, der so viele informative und anregende wie auch schöne Bücher allen Kunstinteressierten als wahre Lesefreuden dargeboten hat, nur das Beste für seine künftigen Unternehmungen und ihn selbst.

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Buchvorstellung Kunstgeschichte

In Kunst und Leben vereint

Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann auf Korsika 1912
Foto: Pressemitteilung, Hans Purrmann Archiv München

Künstlerpaare der Moderne

Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums des Museums Purrmann-Haus Speyer fand am 6. und 7. Juli 2021 ein kunstwissenschaftliches Symposium statt zum Thema Künstlerpaare der Moderne. Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann im Diskurs. Die Tagung war eigentlich für den Herbst des letzten Jahres vorgesehen, musste aber wegen der Pandemie verschoben werden und konnte auch jetzt nur online realisiert werden.

Der schöpferische Prozess, aus dem das entsteht, was wir gemeinhin Kunst nennen, wird im Allgemeinen als höchst individuelle Angelegenheit verstanden – als ein Prozess der Auseinandersetzung des künstlerischen Subjekts mit sich und der Welt. Wie es aus diesem Ringen seinen eigenen künstlerischen Kosmos entwickelt, entwirft und als Kunst verwirklicht, gehörte seit jeher zu den Phänomenen, die auf andere Menschen sowohl zu Lebzeiten als auch im historischen Rückblick eine schwer greifbare Faszination ausüben.

Da selbst das einsamste Subjekt und selbst einzigartigste Werke niemals allein aus sich heraus existieren und nur in der Beziehung zur Welt, zu den Menschen und zur Kunst, die sie umgeben, spielt dieses Beziehungsgeflecht für diese Faszination eine fundamentale Rolle.

Das ist einer der Gründe, warum die Aufmerksamkeit dafür noch größer ist, wenn in menschlichen Beziehungen zudem schöpferische Bestrebungen bei allen Beteiligten eine herausragende Rolle spielen – in künstlerischen Gemeinschaften zum Beispiel, wie sie sich insbesondere seit dem 19. Jahrhundert ausgebildet haben, etwa der Gruppierungen seit dem Impressionismus, der Brücke oder dem Blauen Reiter.

Eine sehr besondere Konstellation in der Verquickung menschlicher und künstlerischer Beziehungen bildet das Künstlerpaar und die damit einhergehende Verbindung von Lebensgemeinschaft und künstlerischer Arbeit.

Weil Hans Purrmann zusammen mit seiner Frau Mathilde Vollmoeller-Purrmann eines der bedeutenden Malerpaare der Klassischen Moderne bildete, hat sich nun das Purrmann-Haus Speyer zu seinem Jubiläum diesem Thema gewidmet.

Der Briefwechsel zwischen beiden ist zuletzt in zwei Bänden (Informationen siehe unten) von Felix Billeter (Hans Purrmann Archiv München) und Maria Leitmeyer (Purrmann-Haus Speyer) herausgegeben worden. Damit kann nun ein umfassender Einblick in die Eigenarten ihrer menschlichen und künstlerischen Beziehungen gewonnen werden.

Das Symposium stellte ihr Verhältnis in den Kontext anderer Paarbeziehungen zwischen Künstlerinnen und Künstlern ihrer Zeit. Es ging darum das „breite Spektrum vielfältiger Lebensbilder“ aufzuzeigen und die „Rollenverteilung in Partnerschaft und Familie sowie die Ausbildung, der Alltag der künstlerischen Arbeit oder Stellung und Rang im Ausstellungswesen“ zu thematisieren.

„Warum bist Du nicht mein Geliebter – dann wäre ich jetzt eine große glückliche Künstlerin, so bin ich bekanntlich eine tugendsame Frau und Hausfrau.“

Sabine Lepsius an Reinhold Lepsius, Brief vom 29.10.1902. In: Künstlerpaare der Moderne, S. ##

Unter dem Titel »Es ist recht leer ohne Dich«. Künstlerpaare der Moderne leiteten Felix Billeter, Leiter des Hans Purrmann Archivs in München und Maria Leitmeyer, Kustodin des Museums Purrmann-Haus Speyer, in das Thema der Tagung ein.

Ihnen folgte Peter Kropmanns, freier Kunsthistoriker in Paris, der in seinem Vortrag Vom Schatzfund zur Brücke. Der Briefwechsel von Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann und der Diskurs mit anderen Künstlerpaaren ausführlich auf dieses Künstlerpaar einging sowie die Publikation ihres Briefwechsels besprach und würdigte.

Danach folgten die exemplarischen Vorträge zu einzelnen Künstlerpaaren, hier vollständig im Überblick:

Oskar und Marg Moll. Ein großbürgerliches Künstlerpaar zwischen wilhelminischer Ära und nationalsozialistischer Diktatur von Gerhard Leistner, ehemals Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Leo von König und Mathilde Tardif. Panoptikum der Gesellschaft um 1900 von Ingrid von der Dollen, freie Kunsthistorikerin

»Nicht zum Paradiesvogel bestimmt«. Das Künstlerpaar Reinhold und Sabine Lepsius von Annette Dorgerloh, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Kunst- und Bildgeschichte

Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Geschichte und Rezeption eines Künstlerpaares der Moderne von Isabelle Jansen, Gabriele Münter und Johannes Eichner-Stiftung, München

Beziehung als Kunststoff. Das Künstlerpaar Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin von Roman Zieglgänsberger, Museum Wiesbaden

Max Beckmann und Minna Tube. Märchenprinzessin und Seelenverwandte von Christiane Zeiller, Max Beckmann Archiv der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München

Jury der Münchener Neuen Secession 1919; Maria Caspar Filser sitzend 1 v. l.,
Karl Caspar sitzend 4. v. l.
Foto: Aus dem besprochenen Band; Archiv Haus Caspar-Filser Brannenburg, Felicitas Köster und Felix Zender

Mein Beitrag mit dem Titel Eigenart und Einklang. Die Kunst- und Lebensgemeinschaft von Maria Caspar-Filser und Karl Caspar stellte dar, wie aus einer Kindheitsfreundschaft eine beständige und befruchtende Lebens- und Kunstgemeinschaft erwuchs:

Maria Filser und Karl Caspar, die 1907 heirateten, lebten und arbeiteten in engster Verbundenheit und zugleich in völliger künstlerische Eigenständigkeit. Dieses Wechselspiel zwischen der künstlerischen Eigenart der beiden und ihrem Leben und Wirken im Einklang macht sie zu einem der bemerkenswertesten Paare in der Geschichte der Bildenden Kunst.

„Für uns marschieren an der Spitze der eindrucksfähigsten Bilder wiederum jene des Ehepaares Caspar.“

Besprechung der 9. Ausstellung der Münchener Neuen Secession, Bayerische Sonntagszeitung, 23.07.1923

Sämtliche Vorträge dieses Symposiums sind im dazu erschienenen Tagungsband enthalten:

Künstlerpaare der Moderne

Künstlerpaare der Moderne. Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann im Diskurs, Hrsg. v. Felix Billeter und Maria Leitmeyer, 176 Seiten, 60 Abb., ISBN: 978-3-422-98650-3, Preis 18,- €,

Die Publikation wurde gefördert von der Rudolf-August Oetker-Stiftung, der Hans Purrmann Stiftung und der Kulturstiftung Speyer (aus Mitteln der Dr. Heinz Danner-Stiftung). Die Publikation kann im Purrmann-Haus Speyer (Vorbestellung auch gerne per Telefon 06232/142020 oder per E-Mail an: purrmann-haus-speyer(at)gmx.net) sowie im Buchhandel erworben werden.

Dasselbe gilt für den in zwei Bänden herausgegebenen Briefwechsel:

Sehnsucht nach dem Anderen - Eine Künstlerehe in Briefen 1909-1914

Sehnsucht nach dem Anderen. Eine Künstlerehe in Briefen 1909–1914. Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann, Hrsg. v. Felix Billeter und Maria Leitmeyer, 184 Seiten mit 50 farbigen Abbildungen, ISBN: 978-3-422-89286-6, Preis: 14,90 €

Stürmische Zeiten ‒ Eine Künstlerehe in Briefen

Stürmische Zeiten ‒ Eine Künstlerehe in Briefen 1915–1943. Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann, Hrsg. v. Felix Billeter und Maria Leitmeyer, 256 Seiten mit 50 farbigen Abbildungen, ISBN: 978-3-422-98242-0, Preis: 18 €

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Jahrestag Kulturwissenschaft Zeitgeschichte

Travestien und Tragödien

Titel der Erstausgabe von Siegfried Kracauer: Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit. Eine Gesellschaftsbiografie, 1937

Über Siegfried und Elisabeth Kracauer

– III –
Diktatur der Ekstase und des Terrors

Zu den beiden vorhergehenden Teilen geht es hier: 
I – Die Massen und die Einzelnen
II – Vom Olymp zur Operette

Das Leben unter einer Diktatur als Operette – Es gibt in meinen Augen keine bessere Darstellung und Analyse des Geists der Epoche im Frankreich des Zweiten Kaiserreichs als die von Siegfried Kracauer in seinem Buch Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit. Eine Gesellschaftsbiografie.

Es ist ein Buch, in dem die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse äußerst lebendig schildert und analysiert. Dieses Buch war für meine Magisterarbeit ebenso wichtig wie für meine Doktorarbeit mit dem Titel Heldendarsteller. Die Legende vom modernen Künstler, in der neben Gustave Courbet ebenfalls Manet die zentrale Gestalt ist.

In einem Zitat zusammengefasst zeigt Kracauer, dass die Operette sich durchsetzte,

„weil die diktierte Gesellschaft selbst operettenhaft war. Diese Musik spiegelte die kaiserliche Ära, ihren Popanz, ihre Frivolität und ihre Dekadenz. Andererseits beteiligte sie sich auch an der inneren Zersetzung des Regimes; sie half, es zu sprengen.“

Jörg Später: Siegfried Kracauer. Eine Biographie. Frankfurt: Suhrkamp 2016, S. 328

Konzentriert auf Frankreich und das Zweite Kaiserreich war mir ein zentraler Aspekt an Kracauers Buch vollständig entgangen, als ich es für meine wissenschaftlichen Arbeiten heranzog: der Bezug zu seiner Gegenwart, die Verbindung vom französischen Zweiten Kaiserreich zum deutschen Dritten Reich – aus dem der Jude Kracauer mit seiner ebenfalls jüdischen Frau Elisabeth fliehen musste.

Er ging mit ihr nach Frankreich, nach Paris. Dort ging es ihnen ziemlich schlecht, sie kämpften um ihr ökonomisches Überleben – und gleichzeitig versuchten Sie ihre Arbeit fortzusetzen. Zu dieser Arbeit gehörte sein Buch über die Operettenhaftigkeit des Zweiten Kaiserreichs, die ihm als Analogie zur Analyse des Dritten Reiches diente. Wo Louis Napoleon steht ist Hitler gemeint:

„Freud und Glanz, so lautete auch die Devise Louis Napoleons. In ihrem Dienst übte er zunächst einen maßlosen Terror gegen alle diejenigen aus, die den Glanz und die Freude hätten trüben können. Zehntausende von Sozialisten, Republikanern und Mitglieder geheimer Gesellschaften wurden nach dem Staatsstreich auf höchst summarische Weise verhaftet und wie gemeine Verbrecher deportiert oder in die Verbannung geschickt. […]“

Siegfried Kracauer: Jaques Offenbach und das Paris seiner Zeit, Frankfurt: Insel 1980, S. 129

Nach der Gewinnung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen galt es

„den Taumel zu verewigen, die Nation so in Atem zu halten, dass sie gar nicht zur Besinnung gelangen konnte.“

Die Beherrschten wiederum

begehrten danach, von der Wirklichkeit erlöst zu werden, […]. Louis Napoleon hatte das unwahrscheinliche Glück, an eine Gesellschaft zu geraten, die einer Phantasmagorie nachjagte.“

Siegfried Kracauer: Jaques Offenbach und das Paris seiner Zeit, 134 ff. Zit. n. Jörg Später, S. 326-327

Die Zusammenhänge mit der Entstehung des Buches im Exil in Paris, das denn auch nicht in Deutschland, sondern in Amsterdam verlegt worden ist, gingen mir erst auf, als ich aufgrund der Begegnung mit den Werken von Hanns Ludwig Katz in der Kunsthalle Emden mich mit dieser Beziehung und mit ihrer Situation in der nationalsozialistischen Diktatur befasste.

Hanns Ludwig Katz: Bildnis Elisabeth Kracauer-Ehrenreich,
1935, Gemälde, 130 x 95 cm, Kunsthalle Emden
Abbildung: Ausstellungskatalog Hanns Ludwig Katz, Jüdisches Museum Frankfurt und Kunsthalle Emden, hrsg. v. Jüdschen Museum Frankfurt, Köln: Wienand 1992, S. 177

Wie in einem Brennpunkt bündelt das von Katz im Jahr 1935 gemalte Bildnis von Elisabeth Kracauer, seiner Schwägerin, das Beziehungsgeflecht und die existenzielle Lage aller betroffenen Personen – Elisabeth und Siegfried, Hanns Ludwig und Franziska. Katz malte dieses Bild, nachdem er das im Exil lebende Ehepaar Kracauer in Paris besucht hatte. Elisabeth sitzt zwischen Tisch und Fenster eingeklemmt an den rechten Rand des Bildes gerückt, das Gesicht grau verschattet, mit leerem Blick.

Der Blick aus dem Zimmer geht auf die Kirche Saint Sulpice. Die Farben leuchten giftig vor dem nächtlichen Dunkel. Die Pfeife auf dem Tisch verweist auf ihren Mann Siegfried Kracauer. Katz lebte zu diesem Zeitpunkt noch in Frankfurt, brach aber noch im selben Jahr, im Oktober 1936 nach Südafrika auf, mit seiner zweiten Frau Ruth, die er kurz zuvor geheiratet hatte. Dort lebte er bis zu seinem Tod 1940.

Zu dieser Zeit hielten sich Kracauers immer noch in Paris auf – dieser Umstand war für ihn, Siegfried, eine Qual, die er ohne seine Frau Elisabeth nicht ausgehalten hätte. Was sie in diesem Alptraum des Exils in Paris aufrecht hielt, war der einzige Hoffnungsschimmer, den sie noch hatten, die Ausreise aus Frankreich mit dem Ziel Amerika. Unter zermürbendem Hin und Her mit den Behörden mussten sie lange warten, bis sie Aussicht auf eine Ausreise bekamen.

Schließlich erhielten sie im Lauf des Februars 1941 die notwendigen Bewilligungen für die Passage in die USA. Dies war die Rettung, wie für viele andere auch, quasi im letzten Augenblick, kurz danach kamen keine Emigranten mehr aus Frankreich heraus. Siegfried und Elisabeth Kracauer hatten überlebt und nahmen Kurs auf ein neues Leben. Die beiden begingen den Tag der Ankunft in New York, den 25. April 1941, von da an jedes Jahr als ihren privaten Feiertag.

Die immense Bedeutung von Elisabeth für Leben und Werk von Siegfried Kracauer kann nicht genug betont werden. Es scheint nach allem, was über Siegfried und Elisabeth Kracauer aus den Jahren in Paris überliefert ist, nicht nur außer Frage, dass sie es war, die beiden überhaupt das Überleben im Pariser Exil ermöglicht hat.

Ganz abgesehen davon, dass sie fließend französisch sprach, einen Großteil des Lebensunterhalts erwirtschaftete, brauchte er sie als seelischen Rückhalt in den schwierigen Zeiten und seit Beginn ihrer Beziehung für die Arbeit. Sie war von Anfang an seine engste Mitarbeiterin, fachlich und intellektuell auf Augenhöhe, recherchierte, redigierte sie für ihn und vieles mehr. Nach seinem Tod 1966 betreute sie seinen Nachlass und sorgte für die Herausgabe seiner Werke.

Das klassische Rollenbild, dem sie sich bei aller Selbstständigkeit fügte, prägte die private Beziehung, doch für sein Denken und sein Werk war sie sowohl zu Lebzeiten als auch nach seinem Tod von nicht zu überschätzender Bedeutung. (Siehe dazu die Würdigung von Maria Zinfert: »Wenn man eine solche Frau hat, lässt sich auch in Berlin leben.« Lili Kracauer. Eine biographische Skizze.)

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Buchvorstellung Kunstgeschichte

„Alles was wird, kann auf Erden nur angefangen werden“

Franz Marc: Geburt der Pferde, 1913, Farbholzschnitt
Los Angeles County Museum of Art, The Robert Gore Rifkind Center for German Expressionist Studies
Bildquelle: http://www.zeno.org/nid/20004157214

Innovation im Expressionismus

Eine neue Kunst für einen neuen Menschen schaffen – darin bestand eines der zentralen Anliegen der expressionistischen Bewegung, die sich um 1905 in Deutschland formierte und in sämtlichen Kunstformen – Bildender Kunst, Literatur, Theater, Musik etc. – epochale Bedeutung erlangte.

Neue Kunst für neue Menschen – Im Feld der Bildenden Kunst finden sich einschlägige Formulierungen in zahlreichen Äußerungen von Künstlern und Künstlerinnen, beispielsweise der Künstlergemeinschaft Brücke oder des Blauen Reiters.

Die grundlegende gedankliche Bewegung ist allen Ausführungen ähnlich: Die Zivilisation, der technische Fortschritt werden als Entfremdung vom wahrhaftigen Menschsein, als Degeneration seines eigentlichen Wesens gesehen, abgelehnt und angegriffen. Die Lebenswelt der Gegenwart, in der die Menschen nur Zwecken und Zwängen unterworfen sind, wird als desaströs erlebt, die Fortsetzung des Prozesses in die Zukunft gefürchtet.

Ihnen entgegengesetzt wird ein künstlerisches Credo, das seinen Antrieb aus dem ursprünglichen Selbst, dem authentischen Sein des einzelnen Künstlers erhält und das auf die unverfälschte Darstellung ebenso ursprünglicher Motive gerichtet ist. Das sind vor allem die Natur, der Mensch – als nackter Mensch, als junger Mensch (Kinder, Pubertierende) noch frei von den Zwängen und Konventionen bürgerlichen Lebens.

„Ich will wie ein Kind anfangen, vor der Natur…“

Franz Marc in einem Brief an August Macke, 12.04.1911.

Das war etwas, was auch den „Wilden“ in fernen Weltgegenden zugeschrieben wurde. Zur Befreiung der Kunst von den europäischen Konventionen brechen Künstler in diese Fernen auf. So folgen Emil Nolde und Max Pechstein dem Vorbild Paul Gauguin in die Südsee. Oder sie holen sich die Künste all dieser Gruppen in ihre Ateliers, widmen sich der Bildnerei der europäischen Frühzeit, der Volkskunst, der Kinder und ,Geisteskranken‘, sammeln Objekte aus Afrika und Ozeanien.

Der wirklich „neue Mensch“, so das gemeinsame Leitbild, wird geboren werden aus der Regression zu seinen Ursprüngen. Erst aus der radikalen Hinwendung zu seinem vor aller zivilisatorischer Verfremdung und von allen technischem Fortschritt unberührten authentischen Selbst wird wahre Innovation der Kunst möglich. Nur das immer wieder erneuerte Anfangen kann Zukunft gestalten – dem titelgebenden Zitat von Theodor Däubler entsprechend: „Alles was wird, kann auf Erden nur angefangen werden.“

Ernst Ludwig Kirchner: Programm der Künstlergruppe Brücke, Textblatt
Holzschnitt auf Vergépapier, Städel Museum, Frankfurt am Main.
Bild: Digitale Sammlung, Städel Museum, Frankfurt am Main, SG 3531.

Dies ist zusammengefasst der Gedankengang meines Beitrags „Erstes Sehen. Ursprünglichkeit als Innovationskonzept in der expressionistischen Kunst“, der in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Expressionismus auf den Seiten 73–85 zu lesen ist.

Die Zeitschrift Expressionismus widmet sich – ich folge wörtlich der Selbstbeschreibung – der Erforschung einer der einflussreichsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts, die trotz ihrer kurzen Dauer (ca. 1910–20) eine Vielzahl von Akteuren kennt und sich in den unterschiedlichsten Kunstrichtungen abspielt. Sie ist konzipiert als ein Forum, das die Erkenntnisse der unterschiedlichen Fachbereiche zusammenführen und den gegenseitigen wissenschaftlichen Austausch befördern soll. Die Hefte sind jeweils einem thematischen Schwerpunkt gewidmet und werden durch Reaktionen auf aktuelle Forschungsdebatten oder Beiträge der vorangegangenen Hefte und durch Rezensionen abgerundet.

In der aktuellen Ausgabe geht es um das Thema Innovation:

„Das dreizehnte Heft von Expressionismus beschäftigt sich mit den diversen Formen und ästhetischen Ansätzen des Innovativen im Expressionismus, die sowohl an Fallbeispielen aufgezeigt als auch interdisziplinär theoretisch diskutiert und kritisch beleuchtet werden.

Mit Beiträgen von Stefan Borchardt, Insa Brinkmann, Torben Dannhauer, Mandy Dröscher-Teille, Sophie-C. Hartisch, Tobias Thanisch, Nina Tolksdorf und Eva Wiegmann.“

Kristin Eichhorn / Johannes S. Lorenzen (Hrsg.): Innovation, expressionismus 13, 130 Seiten, mit 5 Farb- u. 16 S/W-Abbildungen, Softcover | 13,5 x 21 cm | 18 €, ISBN 978-3-95808-332-5 | EISBN 978-3-95808-383-7 – www.neofelis.de